| Zu Ehren Harvey Milks |
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| Geschrieben von: Reto M. |
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Ein tragisches Ende am Ende des diesjährigen Sommerkinos. Ein Ende, das in seiner Impulsität nicht höher hätte ausfallen können, sowohl in seiner Entstehung, wie auch Brutalität, die am Schluss des Filmes trotz aller Erfolge doch noch entbrannt. Oder wie Yvonne es nannte: "Auch in diesem Jahr ein genialer letzter Film im Sommerkino." Ja. Genial und auch enorm mutig zeigt sich Sean Penn in der Rolle des Harvey Milk und trotzdem erscheint einem dieser homosexuelle Politiker nie als Held oder sonstiger Übermensch. Seine natürliche sexuelle Veranlagung nimmt er nicht zum Anlass sich - trotz seiner durchaus auch narzistischen Veranlagungen - übermässig zu glorifizieren oder sich selbst gar zum Märtyrer zu erklären. Harvey Milk überzeugt durch seine Reden und seine Art sich mit Leib und Seele als Mensch und Politiker einzusetzen. Trotz mehrerer gescheiterter Anläufe in ein politisches Amt gewählt zu werden, gibt er nicht auf und diese Haltung setzt sich auch in seiner späteren Karriere als Stadtrat und stellvertretender Bürgermeister fort. Dass ihm dies nicht nur Freunde einbringt, ist bereits zu Beginn des Filmes, als die nationale Empörung anfangs der 70er Jahre Andersfühlenden und -denkenden gegenüber noch viel ausgeprägter war, deutlich spürbar. Offen ist die Ablehnung gegenüber den Homosexuellen und im Glauben, Gottes Werte damit zu schützen, führen einige den Kampf gegen Homosexualität mit allen Mitteln der Gewalt, der Verleumdung und der Verfolgung. Höhepunkt dessen hätte die Einführung eines Gesetzes zur Verhinderung homosexueller Lehrkräfte werden sollen - zum "Schutze" der Kinder, damit diese nicht mit Homosexualität "angesteckt" würden. Dasss das Gesetz in einigen Staaten die Zustimmung erhielt und Homosexuelle damit von einem Tag auf den anderen von vielen Grundrechten entband, erschreckt, entspricht aber leider historischen Wahrheiten. In Kalifornien aber - und nicht zuletzt durch Milks Mitwirken - wird die Gesetzesvorlage abgelehnt. Dieser Erfolg ward ihm aber nicht lange vergönnt. Vom ehemaligen und mittlerweile völlig frustrierten und eifersüchtigen Stadtratskollegen Dan White wird sowohl Harvey Milk, wie auch Bürgermeister Moscone kaltblütig erschossen. 30'000 Menschen gehen mit Kerzen an diesem Abend auf die Strasse, um Milk zu gedenken und die Bewegung weiter zu führen. Bilder, die mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen und mich schweigend während des ganzen Abspanns zurücklassen. Doch hier hört die bewegende, verfilmte Biographie Harvey Milks nicht auf (mehr hier). Und auch heute geht der Kampf um eine allgemeine Gleichberechtigung, trotz aller bisher erreichten Erfolge und Fortschritte weiter. Der Film reduziert sich meist auf die Homosexualität. In der heutigen Realität geht die Bandbreite und damit Politik aber viel weiter: Armut, Geschlecht, Bildung sind nur drei Begriffe im weiterführenden Kampf, der unter anderem von diesem beeindruckenden Mann names Harvey Milk in San Francisco begonnen und (an-)geführt wurde. Für mich ein beeindruckendes filmisches Andenken, das in einem Trauer und Unverständnis zurück lässt, aber auch eine gewisse Ehrfurcht an die Power von Bewegungen und die Macht der Demokratie. Fast ein wenig dieselben Gefühle, wie bei der Annahme der Tatsache des nun - für dieses Jahr - endenden Sommerkino. Werte Besucherinnen und Besucher, werte Helferinnen und Helfer, werte Sponsoren: Im Stile eines Politikers möchte ich mich an dieser Stelle und nicht minder herzlich ;-) für die tollen Abende in der Marktgasse, die ihr alle zusammen ermöglichten und die wir gemeinsam bei gutem Essen und Trinken, sowie besten Filmen, Wetter und Stimmung verbringen durften, bedanken. Wir hoffen, dass es euch gefallen hat und hoffen alle, dass ihr im nächsten Jahr wieder zahlreich erscheinen oder uns sonst unterstützen werdet, wenn die 11. Ausgabe des Sommerkinos Langenthal verzaubert. Bis dann. Euer SoKi-Blogger. P.s.: Merci auch für's Lesen und die zahlreichen persönlichen Rückmeldungen zu meiner Schreibe hier. Es war wieder einmal sehr spannend. Das war's.... |


